Stadt-Land-Fluss - neue Perspektiven
Licht und Landschaft
Gegen das Licht
Der Charme der Langzeitbelichtung
Reizvolle Motive in schwarzweiß
Klassisch Schön - Sepia-Tönung
Malerische Landschaften dank Filter
Bewegte Landschaften
Geblitzte Momente
Mehrfachbelichtungen
Stadt-Land-Fluss - neue Perspektiven
Landschaften werden in der Regel im Querformat aufgenommen. Dieses steht für Ruhe, Ausgeglichenheit und Harmonie. Es geht aber auch anders. Im Hochformat wirken Landschaften dynamischer. Weitwinkelperspektiven verstärken diesen Effekt noch. Das Variieren des Kamerastandpunkts eröffnet neue Perspektiven. Die Wirkung von Vorder- und Hintergrund verändert sich. Selbst bei Landschaftsaufnahmen, bei denen man wegen des großen Objektabstands eigentlich die Kamerahöhe vernachlässigen könnte, lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln. Ein sehr niedriger Kamerastandpunkt bringt bodennahe Vegetation stärker mit ins Bild und schafft eine deutlichere Staffelung des Bildinhalts. So lässt sich auch der Vordergrund bewusst in die Bildgestaltung mit einbinden und eine räumliche Bildwirkung erzielen. Niedrige Kamerapositionen lassen sich immer finden. Schwieriger wird es, wenn man aus der Vogelperspektive auf Motivjagd gehen will. Hier müssen Hilfsmittel her: ein Baum, eine Mauer oder ein Felsvorsprung - wer sich umsieht, findet meist einen geeigneten Standpunkt. Allein der schräge Überblick kann viele Motive mit perfekter räumlicher Staffelung kreieren. Nur zu hoch hinaus sollte man nicht gehen: Der Blick vom Aussichtsturm direkt nach unten bringt kaum räumliche Wiedergabe. Hier sollten Sie lieber auf einen niedrigen Sonnenstand warten, damit die dann lang erscheinenden Schatten eine interessante Wirkung erzielen. Sonst wirken solche Fotos flach, denn die Dimension der Tiefe fehlt fast völlig.
Licht und Landschaft
Das Licht muss man bei der Landschaftsaufnahme so nehmen wie es kommt. Aber man kann zumindest ein wenig planen. Für viele Motive gibt es nämlich nur eine optimale Tageszeit und oft sind es nur wenige Minuten, während derer sich eine Landschaft in ihrer ganzen Schönheit offenbart. Durch die unterschiedliche Lichteinstrahlung und -färbung kann eine Landschaft je nach Tageszeit einen völlig anderen Charakter annehmen. Das Morgenlicht lässt die Motive eher kühl erscheinen; der höhere Rotanteil des Abendlichts hingegen verleiht der Aufnahme mehr Wärme. Während der blauen Stunde zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit herrscht dann wieder ein sehr interessantes bläuliches Licht. Das harte Mittangslicht eignet sich nur in den seltensten Fällen für die Landschaftsfotografie. Die harten Kontraste überfordern so manchen CCD. Das Ergebnis ist ein weißer Himmel ohne Struktur oder zulaufende schwarze Flächen, die keine Zeichnung mehr aufweisen. In solchen Fällen hilft nur der Einsatz von Filtern. Dazu später mehr.
Gegen das Licht
Wolkenstimmungen und Sonnenuntergänge sind die typischen Gegenlichtsituationen. Viele Belichtungsautomatiken sind bei solchen Aufnahmesituationen überfordert. Selbst ist der Mann: eine manuelle Blendenkorrektur verbessert das Ergebnis. Beim Sonnenuntergang dürfen es schon mal zwei Lichtwerte plus sein. Ausprobieren. Oder Sie vertrauen einer Belichtungsreihe. Diese auch als Bracketing bezeichnete Funktion finden sich in der Menüsteuerung der meisten Kameras. Einmal angewählt fertigt die Kamera bei jedem Auslösen drei Bilder desselben Motivs an, jedes Mal mit einer unterschiedlichen Belichtung.
Der Charme der LangzeitbelichtungLangzeitbelichtungen haben ihren Reiz aber auch ihre Tücken. Wasser bekommt erst durch die Langzeitbelichtung eine fließende Struktur und auch der Wellenschlag am Strand wird erst durch eine lange Belichtungszeit ein zeitloser Vorgang. Mit langen Belichtungszeiten steigt allerdings das Risiko das Bild zu verwackeln. Ein unverzichtbares Werkzeug ist daher das Stativ. Auch ein Erhöhen der ISO-Empfindlichkeit reduziert die Verwacklungsgefahr. Allerdings wird die höhere Empfindlichkeit durch eine verstärktes Bildrauschen erkauft.
Reizvolle Motive in schwarzweißIn Landschaftsaufnahmen stecken eine Fülle von Formen und Strukturen. Sollen diese besonders betont werden, dann ist eine Reduktion der Farben auf Schwarzweiß ratsam. Überflüssige Farbinformationen werden ausgeklammert und der Blick des Betrachters auf das Wesentliche gelenkt. Die Umwandlung in Schwarzweiß kann zwar in einem zweiten Arbeitsgang am Computer erfolgen, doch die direkte Umsetzung in der Kamera macht mehr Sinn. Mit dem Wissen in Schwarzweiß zu fotografieren, geht man zum einen anders an ein Motiv heran und zum anderen erspart man sich einen weiteren Bildbearbeitungsschritt, der die Bildqualität mindern kann.
Klassisch Schön - Sepia-TönungDas Landschaften nicht nur bunt sein müssen, das hat bereits der Abschnitt über die Schwarzweiß-Einstellung gezeigt. Wer es klassisch mag, der sollte aus der Filterpalette seiner Digicam den Sepiafilter wählen. Diese Brauntönung gibt der Aufnahme einen antiken Touch und lässt diese zeitlos wirken.
Malerische Landschaften dank FilterNeben dem Schwarzweiß- und dem Sepiafilter stehen je nach Kameramodell weitere Filter zur Auswahl bereit. Neben den für die klassische Schwarzweißfotografie wichtigen Grün-, Gelb-, Orange-, Rot- und Blau-Filtern gibt es auch Exoten wie Antik- oder Pastellfilter. Doch zurück zu den klassischen Farb-Filtern: Im Farbmodus der Kamera eingesetzt verändern Sie die Farbgebung des Bildes zugunsten der Filterfarbe. Also der Blaufilter verleiht einem Farbbild einen kühlen Blauton. Setzt man die Farbfilter im Schwarzweißmodus ein, dann wird in der Regel immer die Farbe des Filters verstärkt und die so genannte Komplementärfarbe geblockt. Ein Rotfilter beispielsweise blockt das Himmelsblau und lässt dadurch Wolkenformationen gewaltiger wirken. Gelb- und Orangefilter verstärken Kontraste und die Zeichnung des Himmels. Nicht nur für Spiegelreflexkandidaten sind Aufsteckfilter interessant. Diese werden mittels Adapter oder bei Kompaktkameras mit einem speziellen Filterhalter vor das Objektiv montiert. Neben den üblichen Farbfiltern gibt es so genannte Verlaufsfilter, deren Einsatz gerade bei Digitalkameras die sensibel auf große Helligkeitsunterschiede reagieren lohnt. Mit einem Grau-Verlauffilter lassen sich große Kontraste zwischen hellem Himmel und dunklerem Motiv ausgleichen. Blauverlauffilter verleihen blassem Himmel einen freundlicheren Ton, Braun- oder Rotverlauffilter verleihen Sonnenuntergängen noch einen Schuss mehr Dramatik. Ebenfalls aus dem Filterrepertoire nicht wegzudenken: der Polfilter. Dieser lässt bei seitlichem Lichteinfall das Himmelsblau kräftiger und die Farben knackiger erscheinen.
Bewegte LandschaftenZooooom und Klick. So kommt Bewegung ins Bild. Bei einer längeren Belichtungszeit ab 1/30 Sekunde wird vom Weitwinkel in die Telestellung gezoomt. Diese Zoomfahrt wird im Bild durch verschwommene Bildränder sichtbar. Der Blick des Betrachters wird auf das scharfe Bildzentrum gelenkt. Das i-Tüpfelchen ist der Blitz am Ende der Zoomfahrt auf den zweiten Verschlussvorhang. Es geht aber auch ohne.
Geblitzte MomenteIn der Landschaftsprogrammautomatik der digitalen Kompaktkameras ist der Blitz deaktiviert. Wer eine Landschaft fotografiert, der kann diese kaum mit dem kleinen Blitz der Kamera ausleuchten wollen. Doch gerade mit Hilfe des Blitz lassen sich kreative Bewegungsaufnahmen umsetzen. Wischen oder Reißen heißen die Techniken, die zum Erfolg führen. Dabei wird die Kamera bei einer langen Verschlusszeit jenseits der 1/60 Sekunde bewegt. Wischer entstehen bei bewegten Motiven, die sich parallel zur Schwenkrichtung der Kamera bewegen. Die Kamera folgt der Bewegung des Motivs und am Ende der Belichtungszeit wird der interne oder externe Blitz ausgelöst, um das Motiv scharf zu erfassen. Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang nennen dies die Profis. Umgekehrt geht man beim Reißen vor. Das Motiv wird fokussiert und mit dem Blitz startet die Belichtung. Zeitgleich wird die Kamera verrissen, was zu einem sehr soften, fast traumhaften Bildergebnis führt.
Mehrfachbelichtungen sind noch ein Relikt aus der guten alte Zeit des Films. Die Transportfunktion oder der Winder wurden abgestellt und auf ein und dasselbe Stück Film zwei, drei oder vier Belichtungen gemacht. Dabei konnte es sich um ein und dasselbe Motiv handeln oder verschiedene Motive wurden kombiniert. Das geht dank Ebenentechnik in Photoshop und digitaler Technik heute kinderleicht. Doch auch weniger versierte Anwender können direkt in der Kameramenüsteuerung die Option Mehrfachbelichtung auswählen. Dann ist Experimentieren angesagt.
Text: VVA Kommunikation GmbH
Bilder: Alexandra Witt
