Tipp 1: Dynamische Shots
Eine der einfachsten und doch sehr effektvollen Techniken in der Sportfotografie ist das Mitziehen der Kamera. Der Hintergrund verschwimmt in Unschärfe und das eigentliche Objekt, der Sportler in Aktion, zeichnet sich scharf davor ab. Bei dem Sportfoto des Radrennfahrers wurde zum Beispiel eine Verschlussgeschwindigkeit von 1/30 Sekunde gewählt, der Fotograf folgte mit seiner Kamera der Bewegung des Fahrers und drückte im richtigen Moment ab. Zu kurze Belichtungszeiten würden das komplette Motiv einfrieren, Vorder- und Hintergrund wären scharf - der schöne Dynamikeffekt, der hier durch das Schwenken der Kamera erreicht wurde, käme nicht mehr voll zum Tragen.
Tipp 2: Surreale Unschärfe
Eine ähnlich dynamische Bildwirkung, die surreal und impressionistisch wirkt, lässt sich mit langen Belichtungszeiten (zum Beispiel 1/8 Sekunde) erzielen. Das gesamte Bild wird von künstlerischer Unschärfe dominiert. Die nötige Belichtungszeit ist abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit des Objektes und sollte je nach Sportart unterschiedlich gewählt werden. Alternativ dazu kann der Effekt auch nachträglich mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop imitiert werden.
Tipp 3: Standortfrage
Der richtige Standort ist in der Sportfotografie Gold wert. Profis können ein (Klage-)Lied davon singen. Bei internationalen Veranstaltungen wie Olympia oder der Fußballweltmeisterschaft sind die attraktiven Plätze am Spielfeldrand für eine kleine Schar akkreditierter Bildreporter reserviert. Aber auch die dürfen nicht überall stehen, direkt hinter den Toren ist beispielsweise meist Sperrzone. Amateure müssen aus der fernen Distanz von der Tribüne knipsen. Können so gute Bilder entstehen? Meistens nicht. Viel besser sind die Chancen für Hobbyfotografen bei regionalen oder lokalen Sportevents. Mit Erlaubnis der Organisatoren lässt sich recht einfach ein Platz in direkter Nähe des Wettkampfes ergattern. Am besten den Hauptstandplatz schon im Vorfeld so wählen, dass nicht die natürlichen Bedingungen wie der Stand der Sonne einem erfolgreichen Shooting im Wege stehen.
Tipp 4: Sportler-Porträts
Sport bedeutet Emotion. Und die lässt sich am besten direkt in den Gesichtern der Protagonisten ablesen - ob es nun Freude, Ehrgeiz, Verzweiflung oder einfach nur pure Erschöpfung ist. Porträts bieten sich an, um mit der Schärfentiefe zu experimentieren. Am besten kommen aber meist ganz klassische Bildkompositionen mit der Schärfe auf dem Gesicht bzw. den Augen und einem Hintergrund, der in schemenhafter Unschärfe dezent zurückfällt. Das gestattet volle Konzentration für das Wesentliche im Bild: den Sportler und sein markantes Charaktergesicht. Das Porträt des Radrennfahrers wurde mit Blende 4 bei einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/800 Sekunde fotografiert.

Tipp 5: Reportage-Stil
Perfektion ist nicht alles. Der Sportalltag besteht ja auch aus den vielen kleinen (und großen) Mißgeschicken, Niederlagen und Verletzungen am Rande. Die meisten Fotografen haben aber nur Augen für strahlende Sieger und vergessen die Verlierer. Fangen Sie diese Szenen im Reportage-Stil ein, so bekommt der Betrachter ein authentisches Bild der Dramatik des sportlichen Wettkampfes.
Tipp 6: Schnell wie der Blitz
Blitz und Sport - das ist ein Duo, das nicht wirklich harmoniert. Das größte Problem in vielen Situationen: die Sportler können durch Blitzlicht geblendet werden. Oft ist deswegen trotz schlechter Lichtbedingungen an den Wettkampforten der Einsatz von Blitzgeräten leider untersagt. Wenn sich doch die Chance ergibt, lassen sich Fotos mit dem Einsatz von Blitzlicht wunderbar kreativ gestalten: Bei diesem Bild wurde zum Beispiel mit einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/30 Sekunde und Blitzlicht fotografiert. Besonderer Reiz der Aufnahme liegt in dem ausgefeilten Schärfe/Unschärfespiel, das aus der Kombination von Blitzlicht und relativ langer Belichtungszeit entstanden ist.
Text: VVA Kommunikation
Fotos: Sebastian Drolshagen / Sebastian Arackal